Drakeplatz 4

Ein Jahrhundert europäische Kunstgeschichte

Erbe bewahren, Zukunft gestalten

Das Atelierhaus am Drakeplatz 4 im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel blickt auf eine über 100-jährige Tradition kreativen Schaffens zurück. Erbaut zwischen 1902 und 1908 durch den Architekten Thilo Schneider im Auftrag des Bildhauers Albert Pehle, diente das Gebäude bis heute mehr als zwanzig Kunstschaffenden als Wohn- und Arbeitsstätte.

In den 1970er und 80er Jahren avancierte die Adresse zum informellen Mittelpunkt der europäischen Kunstwelt: Von 1961 bis zu seinem Tod lebte und wirkte hier Joseph Beuys. In seinem Atelier entstanden weltberühmte Ideen und Skizzen; hier trafen sich Künstler, Sammler und Politiker. Doch die Historie des Hauses reicht weit über die Beuys-Ära hinaus.

Schon früh lebten hier rheinische Expressionisten wie Walter Ophey oder Heinz May („Das Junge Rheinland“), deren Werke im Nationalsozialismus als „entartet“ diffamiert wurden. Demgegenüber standen in den 1930er und 40er Jahren regimekonforme Künstler wie Wilhelm Hanebal oder Eduard Schloemann.

Nach der Behebung schwerer Kriegsschäden arbeitete hier bis 1974 Gotthard Graubner, bevor der Fotograf Reinhold Schroers das Haus 1999 übernahm.

Im Jahr 2023 ging das geschichtsträchtige Anwesen an die Brunhilde Moll Stiftung über. Diese führt die künstlerische Tradition nun in die Zukunft: Durch Stipendien für Kunstschaffende sowie regelmäßige Ausstellungen und Vorträge bleibt der Drakeplatz 4 ein lebendiger Ort des kreativen Dialogs.

Behutsame Modernisierung: Barrierefreiheit und Innovation im historischen Kontext

Im Jahr 2023 wurden die Räumlichkeiten für die neue Stiftung umfassend renoviert und an zeitgemäße Anforderungen angepasst. Das architektonische Leitmotiv war dabei maximale Zurückhaltung: Alle Eingriffe wurden so konzipiert, dass sichtbare Veränderungen an der historischen Substanz auf ein Minimum reduziert wurden.

Das Entree empfängt Besucher nun in einer behutsam neu gestalteten Atmosphäre. In den Ausstellungsräumen sorgt ab sofort ein flexibles Beleuchtungskonzept dafür, dass auf unterschiedlichste Exponate und Inszenierungen individuell eingegangen werden kann.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Modernisierung lag auf der baulichen Barrierefreiheit. Um allen Gästen einen uneingeschränkten Zugang zu ermöglichen, wurden die auf verschiedenen Niveaus gelegenen Ausstellungsräume über einen modernen Hydrolift miteinander verbunden. Flankiert wird diese Maßnahme durch großzügiger dimensionierte Zuwegungen sowie eine Anpassung des Sanitärbereichs an aktuelle Komfort- und Barrierefreiheitsstandards.

Die Räume wurden 2023 für die neue Stiftung renoviert und, soweit möglich, an die zeitgemäßen Anforderungen angepasst. Ziel war es, möglichst wenig sichtbare Veränderungen vorzunehmen.

Das Entree wurde behutsam neu gestaltet und ein flexibles Beleuchtungskonzept in die Ausstellungsräume integriert, um auf die unterschiedlichen Ausstellungssituationen eingehen zu können.

Weitere Neuerungen sind im Rahmen einer zeitgemäßen Anpassung an die Barrierefreiheit erfolgt. Zu nennen ist hier die Verbindung der auf unterschiedlichen Höhen angeordneten Ausstellungsräume über einen Hydrolift und die Anpassung der Größe der Zuwegung zu den Ausstellungsräumen und des Sanitärbereiches.

Credits:

Fotos:
Historisches Foto:

Beauftragung durch:

Manos Meisen
Fotograf:in unbekannt

Brunhilde Moll Stiftung